Prof. Dr. Michael Höffner
Veranstaltungsnummer 012612
Bei aller neuen Affinität zu Ritualen scheinen die sakramentalen Riten als „Äußerlichkeit“, als zu starrer Rahmen, der nicht (zu mir) passt („Ist nicht meins“) und in dem sich eine individualisierte und privatisierte Spiritualität nicht unterbringen kann. Eine neue Studie zur spirituellen Achtsamkeit (J. Schmidt) nennt als ein Kennzeichen die Verinnerlichung: Damit ist gemeint, „dass das Religiöse vermehrt mit einer inneren, privaten, spirituellen Erfahrung identifiziert wird.“ Die Theologie der Spiritualität spricht vom „Paradigma der Innenorientierung“: Religiöse Objektivierungen wie etwa Riten und Glaubensbekenntnisse sind, wenn überhaupt, nur dann gefragt und relevant, wenn sie gewünschte innere Wirkungen hervorrufen.
Auch für die Sakramententheologie haben sich die Koordinaten gründlich verschoben. Eine sakramentale Praxis, die beansprucht, Jesu Selbstgabe konkret-punktuell in einem materiellen Medium zu vermitteln, hat radikal an Plausibilität eingebüßt und wirkt wie eine Zumutung, auch bedingt durch eine zunehmende Transzendierung Gottes, die ein immanent-geschichtliches Wirken zutiefst fragwürdig macht. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach der Relevanz eines so äußerlichen Gestus wie dem Empfang eines Stückchens Brot oder dem Übergossenwerden mit Wasser. Das Seminar versucht vor diesem Hintergrund, sich denkerisch der auch (!) im Medium der Sakramente verdichtenden Externität und Alterität christlicher Existenz als Segen anzunähern und christliche Spiritualität zu fassen als Bewegung zwischen den Spannungspolen Innen- und Außenorientierung.
Mittwochs, 16:15 – 17:45 Uhr, In Präsenz an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Münster.
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